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Viola von Cramons Auftakt, die erste freie Lastenrad-Initiative auch nach Göttingen zu holen, führte zu tollen Projekten

1. April 2021 by greenhorninberlin

LeiLa Liefert bildet mit anderen den letzten Teil der emissionsfreien Lieferkette von Schokolade aus der Dom. Rep. über Amsterdam nach Göttingen.

Göttingens vierte Schokofahrt steht an, aufgrund von Corona statt aus Amsterdam, erneut von der deutsch-niederländischen Grenze per Räder und eLastenrad nach Göttingen. Wie ist das alles entstanden?

Viola von Cramon-Taubadel, die selbst seit 4 Jahren begeisterte Lastenrad-Fahrerin ist, war Anfang 2018 Initiatorin für die Lastenrad-Initiative auch im Landkreis Göttingen. Die Freien Lastenrad-Initiativen, die 2013 in der Stadt Köln und dann 2014 in größerem Umfang deutschlandweit ihren Anfang nahmen, sollen dazu dienen, dass Lastenräder kostenlos in Städten und Gemeinden ausgeliehen und von unterschiedlichen Personen genutzt werden können.

Das erste LEILA Rad kam von der Metropolregion in Hannover und wurde auf Grund seiner Farbe „der Frosch“ getauft. Die freie bundesweites Lastenrad-Initiative, von der LEILA ein Teil ist, soll Privatpersonen und Betrieben eine echte Alternative und emissionsfreie Lösung für den Waren-Transport in Städten aufzeigen und näher bringen. Das Projekt ist mittlerweile um einiges erweitert worden: aus dem ersten Rad, dessen Standort derzeit in Rosdorf ist, sind mittlerweile vier Räder geworden, zwei in der Innenstadt, eines in Rosdorf und eines im östlichen Landkreis, in Duderstadt. Weitere Information zur Registrierung und kostenlosen Ausleihe findet man unter leila.bike.

Dieses Projekt hat vor einem Jahr eine Göttingerin und Mitarbeiterin im von Cramon-Taubadel-Büro (nur, wenn ihr den Bezug gut findet, sonst gern streichen) dazu inspiriert, das Projekt weiter zu entwickeln und den ehrenamtlichen eLastenrad-Lieferdienst LeiLa Liefert ins Leben zu rufen: Waren (fast) aller Art aus der Göttinger Innenstadt werden kostenlos per eLastenrad an die Wunschadresse im Stadtgebiet Göttingen geliefert, um den Einzelhandel zu unterstützen, kontaktlose Lieferung und somit regionales Kaufen zu ermöglichen und eine Alternative zum Amazon-Boom aufzubauen. Ziel ist es, in Bürger:innen das Selbstverständnis von regionalem Online-Handel auszubilden als auch die selbstverständliche Nutzung des Autos als die Lösung zum Einkaufen zu verändern, mit Möglichkeit zum Einkaufen im Geschäft oder auch von einer stadtübergreifenden Marktseite, mit flotter, kontaktloser und emissionsfreier Lieferung per eLastenrad.

LeiLa Liefert fährt nun zum zweiten Mal mit auf die mehrtätige Schokofahrt nach Göttingen von den halbjährlich stattfindenden Schokofahrten in Teile der Niederlanden, Deutschlands und Österreichs. Diese Fahrten sind gemeinsam mit der Slow Food Youth Göttingen organisiert und ausgebaut, mit einer bunten Mischung von Göttinger:innen, die mitradeln. Es wird sich erneut auf den Weg gemacht, um mit Fahrrädern biologisch angebaute und fair gehandelte Schokolade emissionsfrei das letzte Stück der Lieferkette von der niederländischen Grenze nach Göttingen zu bringen. Die Gruppe radelt vier Tage für die Tour von gut 360 km durch Deutschland, unter anderem mit einem der Lastenräder der LEILA-Lastenrad-Initiative des ADFC Göttingen, um die rund 60 kg Schokolade zu transportieren.

„Zum wiederholten Male holen wir die Schokolade coronabedingt, statt aus Amsterdam aus Weeze an der deutschen Grenze ab, um entsprechend der Regulierungen zu handeln und unseren Teil der Lieferkette trotzdem weitestgehend einzuhalten.“ So von Cramon-Mitarbeiterin und Lieferdienst-Initiatorin Leila Morgenroth, die dieses Mal die Tour mit Koordination und Pressearbeit als auch einer Fahrerin ihrer Initiative unterstützt. Sie ergänzt: „Die Initiative soll zeigen, dass man Güter auch anders als auf den herkömmlichen Wegen, nämlich klimaneutral, transportieren kann.“ Die Schokolade wird von den in den Niederlanden ansässigen Chocolatemakers hergestellt, die die Fair Trade-, biologisch angebauten Kakaobohnen in der Dominikanischen Republik, in Peru und im Kongo einkaufen. Die Kakaobohnen als auch andere Güter wie Kaffee und Rum werden per Segelschiff, dem Tres Hombres, ausschließlich mit der Kraft des Windes und der Besatzung, nach Amsterdam gebracht. Diese Schokoladen-Lieferung kommt von Bauern der Kooperative Conacado aus der Dominikanischen Republik in der Karibik.

Von Cramon-Taubadel findet die Initiative „einen wichtigen Beitrag für neue Mobilitätsformen in der herkömmlichen Logistik. Hiermit würden Optionen geschaffen, Politik und Bürger*innen zu zeigen, wo und wie Veränderungen möglich sind. Von Cramon weiter: „Das Lastenrad ist sicherlich kein Allheilmittel, aber es dient wunderbar als Symbol für den alternativen Transport. Es steht für die Veränderung, die wir auch im Verkehr benötigen, wenn wir dort de-carbonisieren wollen. Das heißt weg vom herkömmlichen Transport über den Verbrennungsmotor hin zu komplexen Lösungen, um endlich nachhaltigen Transport inklusive konsequenter Kreislaufwirtschaft zu verwirklichen.“

Die Schokolade kann ab Mitte April über Das Backhaus, Lotta Karotta, das Weltladen Café und den Wunderbar Unverpackt Laden erworben werden. Am 10. April werden wir außerdem einen Informations-Stand zum Willkommen-Heißen der Fahrenden auf dem Göttinger Wochenmarkt von 10:00 – 12:00 Uhr bereit stellen. Wir freuen uns über zahlreiche Fragen und Neugierige, die Lust haben, Schokolade gegen eine Spende zu probieren.

Unterstützt wird das Projekt außerdem unter anderem durch die Geschäftsführerin der Energieagentur Göttingen Doreen Fragel und ihren MitarbeiterInnen, dem ADFC und anderen Klima-Akteuren Göttingens. „Mit der Schokolade werden wichtige Aspekte der UN-Nachhaltigkeitsziele thematisiert. Es wäre wünschenswert, wenn weitere Unternehmen aus Göttingen mit gutem Beispiel voran gehen und fair-gehandelte sowie zusätzlich klimafreundliche Produkte anbieten würden,“ so Fragel.

Die nächste Schokofahrt findet vom 5.-9. April, und dann wieder planmäßig im Oktober statt.

Kontakt bei Rückfragen: Leila Morgenroth  leilanatalie.morgenroth@europarl.europa.eu

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