Resolution: Deutschlandtakt fährt am Harz vorbei


Ein seltener Gast am 27.9.2020 in Nordhausen Hbf. Während der Bauarbeiten im Bereich Eisenach werden einzelne IC über Nordhausen umgeleitet.

Die Deutsche Bahn plant in den kommenden Jahren die stufenweise Einführung eines Deutschlandtaktes im Fernverkehr. Wichtige Metropolen sollen dabei im 30 Minuten – Takt miteinander verbunden werden. Dabei zeigt sich, dass der Harz als touristisch bedeutsame Region offenbar vergessen wurde. Für alle drei Bundesländer scheint der Harz nur eine touristische Randerscheinung zu sein.

Im Gegensatz dazu haben sich drei der betreffenden Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen aus der Harz – Region gemeinsam mit genau diesem Thema auseinander gesetzt und wollen ihre jeweilig zuständigen Stellen wachrütteln. Dass der Harz touristisch bedeutsam ist, konnte in den vergangenen Wochen eindrücklich entlang einer zugeparkten B4 zwischen Torfhaus und Bad Harzburg erlebt werden.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern Grüne aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wieder Fernverkehr auf den Schienen rund um den Harz. Auch Regionalverkehr der Bahn darf nicht an Landesgrenzen enden und für Fahrgäste unnötiges Umsteigen bedeuten.

Almut Mackensen aus Niedersachsen vom Kreisverband Göttingen stellt dazu fest: „Wir wollen den klimafreundlichen Verkehr stärken und fordern, dass der Harz in Zukunft aus Hamburg, Berlin, Frankfurt und dem Ruhrgebiet einfacher und komfortabler mit der Bahn zu erreichen ist. Bahnfahrer brauchen gute Anschlüsse und einen guten Service an den Umsteigepunkten. Zurzeit fehlt an vielen Umsteigebahnhöfen grundlegender Service, wie beispielsweise Toilettenanlagen. Das darf nicht so bleiben. Umsteigepunkte müssen zu attraktiven Aufenthaltsorten werden.“

Rüdiger Neitzke aus Thüringen vom Kreisverband Nordhausen wünscht sich beispielsweise wieder eine durchgehende Fernverbindung auf der Relation Frankfurt – Kassel – Nordhausen – Halle – Berlin. „Sowohl von Berlin, als auch aus Frankfurt wäre so der Harz ohne Umstieg jeweils in unter drei Stunden erreichbar.“ Die durchgehend zweigleisig elektrifiziert ausgebaute Strecke (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit) ist dafür prädestiniert. Außerdem sollte die in Bodenfelde endende Regionalbahn weiter nach Paderborn verlängert werden. So könnte auch das Ruhrgebiet mit nur einem Umstieg erreicht werden.

Aus der Sicht Sachsen – Anhalt ergänzt Susan Sziborra-Seidlitz, Landesvorsitzende der Grünen in Sachsen-Anhalt aus Quedlinburg: „Wir wünschen uns, dass der Harz und sein Vorland mit seinen regionalen Schienenstrecken besser mit den Fernverkehr in Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Halle und Göttingen verbunden wird.“

Für die Nordharzstrecke bedeutet das vor allem, dass von Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode auch wieder Göttingen, Halle, Hannover und Hildesheim ohne Umstieg erreichbar sind.

Alle regionalen Strecken sind gegebenenfalls entsprechend auszubauen und zu ertüchtigen. Bis zu einer wünschenswerten Elektrifizierung sollte der Betrieb von Diesel- auf Batterieelektrischen-, dieselelektrischen Hybrid- oder Wasserstoffantrieb umgestellt werden. Mit Hybridfahrzeugen könnte beispielsweise auch der touristisch interessante Ort Stolberg im Harz wieder direkt aus Leipzig erreichbar sein.

Für die Förderung eines nachhaltigen Tourismus ist es unumgänglich, für den ganzen Harz ein Ländergrenzen übergreifendes abgestimmtes Busliniennetz mit einem einheitlichen für Gäste attraktiven und verständlichen Tarifsystem zu schaffen.

Damit Harzurlauber klimafreundlich anreisen können, fordern die Grünen aus den drei Bundesländern Bahn- und Busverkehr für ihre Tourismusregion deutlich zu verbessern.

So wäre es dann auch möglich, in Nordhausen, Quedlinburg oder Wernigerode aus einem IC in einen Dampfzug der Harzer Schmalspurbahn umzusteigen.

Wir Harzer Grünen mit Unterstützung von:

Almut Mackensen, Sprecherin Ortsverband Grüne im Altkreis Osterode

Andrea Obergöker, Verkehrspolitische Sprecherin Kreistagsfraktion Göttingen

Prof. Dr. Bernhard Zimmermann, Kreisverband Harz

Bert Kahlbrandt, Mitglied im Rat der Gemeinde Bad Grund

Björn Bühring, Sprecher Ortsverband Osterode am Harz

Christian Kokot, Kreisverband Mansfeld-Südharz

Claas Rühling, Kreisvorstand Goslar

Detlev Schulz-Hendel, Mitglied des Niedersächsischen  Landtags, Sprecher der Grünen Fraktion für Verkehrspolitik

Doris Köplin, stellvertretende Ortsbürgermeisterin Scharzfeld

Eva Viehoff, Mitglied des Niedersächsischen Landtags, Sprecherin der Grünen Fraktion für Tourismus

Karin Kahlbrandt, Sprecherin Ortsverband Osterode am Harz

Karo Otte, Kandidatin der Grünen Jugend Niedersachsen zur Bundestagswahl

Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen Göttingen

Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen Goslar

Laura Wahl, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen

Martin Worbes, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die GRÜNEN im Kreistag Göttingen

Peter Osten, Kreisverband Harz

Rüdiger Neitzke, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die GRÜNEN im Kreistag Nordhausen

Sabine Seifarth, Vorstandssprecherin Kreisverband Goslar

Simone Stolzenbach, Sprecherin Grüne Oberharz

Sebastian Weichhholdt, Kreisverband Nordhausen

Stadtratsfraktion Herzberg am Harz

Stadtratsfraktion Osterode am Harz

Stefan Wenzel, Mitglied des Niedersächsischen Landtags

Steffani Wirth, Kreistagsfraktion Bündnis 90/Grüne GöttingenStephan Christ, Sprecher Landesarbeitsgemeinschaft Moblität und Verkehr

Susanne Menge, Mitglied des Niedersächsischen Landtags und Specherin der Grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr

Susan Sziborra-Seidlitz, Landesvorsitzende der Grünen in Sachsen-Anhalt

Viola von Cramon-Taubadel, Mitglied des Europäischen Parlaments

Wolfgang Hypko, Vorstand Grüne Altkreis Osterode

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