Wir schauen nicht weg! – Solidarität mit den Menschen in Belarus

Die Lage in Belarus spitzt sich weiter zu. Täglich werden Protestierende festgenommen, teilweise landen diese in Foltergefängnissen oder verschwinden spurlos. Alle Versuche des Belarussischen Koordinierungsrates, eine verhandelte Machtaufgabe Lukoshenkos zu erwirken – ihm somit einen geregelten politischen Ausweg nach dem gefälschten Wahlen anzubieten – wurden brutal erstickt. Deren Mitglieder, die aus zivilgesellschaftlichen Akteuren und allseits anerkannten gesellschaftlichen Autoritäten bestehen, wurden massiv bedroht, nach und nach festgenommen oder zum Verlassen des Landes gedrängt. Auch die Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch hat diese Woche Zuflucht in Berlin gefunden.

Trotz der Einschüchterungsversuche und des brutalen Vorgehens des Regimes, gehen die Belarus*innen täglich auf die Straße. Nach der heimlichen Inauguration Lukaschenkos haben die Proteste noch zugenommen. Doch sie brauchen unsere Unterstützung – sei es in Form der Ablehnung der Legalität der nächsten Präsidentschafts-Legislaturperiode Lukaschenkos, der europäischen Sanktionen gegen die Verantwortlichen an der Wahlfälschung und der brutalen Gewalt in Belarus oder auch in Form von Spenden.

Belarus erscheint uns manchmal viel weiter weg als es tatsächlich ist und zum Glück haben nur wenige von uns in Niedersachsen die Erfahrung des Lebens unter einem autoritären Regime. Die Dimensionen der belarussischen emanzipatorischen Bewegung gegen das Regime entziehen sich daher vielleicht unserem Fassungsvermögen. Es ist für uns nur schwer zu begreifen, was es bedeutet, wenn die Protestbewegung in Belarus wesentlich von überaus mutigen Frauen getragen wird, die sich entschlossen den männlichen Sicherheitskräften entgegenstellen und so die Willkür des Regimes für alle offenlegen. Wenn die Medienfreiheit nicht existiert, Internetseiten von Medienformaten gesperrt werden und Journalisten, die von den Protesten berichten möchten, drangsaliert werden. Wenn sie für Werte kämpfen, deren Realisierung wir in unserer Lebenswirklichkeit viel näher stehen: Selbstbestimmung, Freiheit, Gerechtigkeit. Für die wir jederzeit einstehen können, ohne die Freiheit und das eigene Leben aufs Spiel zu setzen.

Am 11. Oktober um 14 Uhr auf dem Göttinger Gänseliesel wollen wir gemeinsam mit der belarussischen Diaspora in Deutschland unsere Unterstützung und Solidarität manifestieren. Die Kundgebung soll unter folgendem Motto stattfinden:

Wir schauen nicht weg!
Solidaritätskundgebung mit den Menschen in Belarus

Organisatoren sind:
Belarussische Diaspora in Deutschland;
Viola von Cramon, MdEP (Grüne/EFA);
Göttinger KV der Europa-Union Deutschland und
Deutsch-Polnische Gesellschaft Göttingen.

Weitere bisher bestätigte Redebeiträge:
Razam e.V.
Stefan Wenzel, MdL (Bündnis 90/Die Grünen)
Volt Göttingen
Thomas Ehbrecht, MdL (CDU)

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