Abgeordnete von B90/GRÜNE besuchen Agrar T&P Mockzig in Altenburg

Die GRÜNE Europaabgeordnete Viola von Cramon besucht gemeinsam mit der Thüringer Landtagsabgeordneten von B90/GRÜNE Babett Pfefferlein und weiteren Interessierten den landwirtschaftlichen Betrieb „Agrar T & P GmbH Mockzig“ in Altenburg.

Der Betrieb wird von Doreen Rath geführt, die sich sowohl als Kreistagsabgeordnete als auch im Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen für ein besseres Verständnis zwischen Politik und Landwirtschaft engagiert.

Doreen Rath, Geschäftsführerin in der Agrar T&P GmbH erklärt:

 „Beide Seiten gehen häufig mit Vorurteilen aufeinander zu, die es im gemeinsamen Kampf für mehr Arten-, Klima-, Natur- und Umweltschutz zu überwinden gilt.“

Der Besuchstermin der beiden Grünen Abgeordneten, dem Thüringer Landessprecher Bernhard Stengele und Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Ländlicher Raum stand ebenso weiteren interessierten Personen offen. An der Exkursion nahmen deshalb das Vorstandsmitglied der Landestierärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Torsten Steppin und die Geschäftsführerin des Thüringer Bauernverbandes, Katrin Hucke, teil.

Nach einer zweistündigen aufschlussreichen Führung durch den Betrieb mit 450 Milchkühen, 450 Tieren in der Nachzucht sowie einer modernen Biogas-Anlage diskutierten die Vertreter*innen aus Politik und Landwirtschaft angeregt über die verschiedenen Herausforderungen, vor denen viele Betriebe – nicht nur im Altenburger Land – stehen. In diesem Zusammenhang verwies Doreen Rath darauf, dass das Artensterben vor allem mit der hohen Flächenversiegelung in Zusammenhang stehe. Zudem beklagte sie das Vorgehen der BVVG (Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH). Es müsse in der Agrarpolitik zukünftig ein Schwerpunkt auch im Naturpark Thüringer Wald auf die Vernetzung von Biotopen, Hecken und Saumstrukturen gelegt werden. Der Verkauf von Flächen zu Höchstpreisen sei weder im Interesse der Landwirtschaft noch des Naturschutzes.

Doreen Rath kommentiert weiter:

Mit diesem Vorgehen heizt die bundeseigene Gesellschaft die Pachtpreise immer weiter an. Da sich die landwirtschaftliche Fläche oftmals nicht im Eigentum der Betriebe befindet, können viele Betrieben Ökologie und Ökonomie kaum unter einen Hut zu bringen.“

Einig waren sich alle Gäste darin, dass der massive Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel vor allem auf dem Rücken der Bauern ausgetragen wird.

Viola von Cramon, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, dazu:

„Selbstverständlich müssen auch die Verbraucherinnen ihren Anteil an der Transformation der Landwirtschaft leisten, aber der Großteil der Verantwortung für eine naturnahe Landwirtschaftlich liegt in Brüssel – bei der EU-Kommission.  Erst wenn wir in der Lage sind, die Biodiversitätsleistungen und das Mehr an Tierwohl in der Landwirtschaft vernünftig zu vergüten, werden die Betriebe entsprechend mitziehen. Die finanziellen Anreize der aktuellen EU-Agrarpolitik gehen bedauerlicherweise komplett in die falsche Richtung. Deshalb müssen wir in Brüssel darauf drängen, dass Natur- und Umweltschutz verbindlich werden und diese Leistungen mit den EU-Geldern vergütet werden. Der heutige Besuch hat uns gezeigt, mit Hilfe welcher Agrarumweltmaßnahmen die Biodiversität und der Artenschutz innerbetrieblich verbessert können, aber für ein echtes Umsteuern, müssen wir Gelder in der EU dringend umwidmen.“

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